Büro Für Angewandte Poesie


Frauen machen von sich reden

Mit gemeint ist nicht genug: Workshop gerechte Sprache

                                                                           Kein Mann würde sich als „Lehrerin“ bezeichnen, doch viele Frauen sagen von sich selbst „Ich bin Lehrer“. Schon ein einziger Mann nötigt eine Gruppe von Frauen zur Geschlechtsumwandlung, doch eine Frau, die den Aufstieg in eine Männerdomäne geschafft hat, bleibt in sprachlicher Hinsicht oft unsichtbar. Breit ist der Graben zwischen genannt werden und mitgemeint sein. Ist das ungerecht – oder nur Grammatik?

„Ich würde schon gern mehr auf so was achten“, sagen manche. „Aber diese gerechte Sprache, die ist so umständlich und kompliziert. Und hässlich! Striche, Sternchen, Großbuchstaben oder X verhackstücken die Worte und machen unsere schöne deutsche Sprache kaputt. Und überhaupt, wie soll man, äh ... frau, an alles denken? Ohne sich beim Sprechen und Schreiben permanent selbst zu kontrollieren? Und ohne dass sich jemand auf den Schlips getreten, äh … übervorteilt fühlt?“

Im Workshop setzen wir uns mit solchen Fragen auseinander. Wir ergründen, welche Möglichkeiten uns das Deutsche bietet, schauen uns in anderen Sprachen um und üben, im Alltag unsere eigene gerechte Sprache anzuwenden – und einzufordern.