Freitag, der 13.

Aberglaube Aberglaube. Vierblättriges Kleeblatt, Lieschen fand's am Rain ...

Aberglaube
Vierblättriges Kleeblatt: Lieschen fand’s am Rain.
Vor Freude, es zu haben
Sprang Lieschen über’n Graben
Und brach ihr bestes Bein.

Spinnelein am Morgen: Lieschen wurd’ es heiß.
Der Tag bracht’ keinen Kummer,
Und abends vor dem Schlummer,
Bracht’ Vater Himbeereis.

Der Storch bringt nicht die Kinder,
Die Sieben bringt kein Glück.
Und einen Teufel gibt es nicht in uns’rer Republik!

Dieses wunderbare Zeugnis DDR-deutscher Poesie stammt (na?) von Bertold Brecht (wer hätte das gedacht!) und geistert seit der dritten Klasse in den Kammern meines Gedächtnisses umher. Heute, am Freitag, dem 13. November 2015, hat es die Nase ins Licht gesteckt und wird an dieser Stelle allen angstbefangenen Abergläublingen präsentiert. Und wenn ich die Zeilen dem Reim gemäß umbreche: Ist es gar ein Sonett? Ein nicht ganz vollendetes?

Nachtrag: Nach den Ereignissen dieses Abends (Charlie Hebdo) mag ich über Aberglauben nicht mehr scherzen.

veröffentlicht von Anke Engelmann am 13.11.2015

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