Gateless writing

Geschützter Raum, stärkenbasiertes Feedback, kein "Shitty first draw": Wertschätzende Kritik ist die Grundlage in meinen Seminaren.

Seitdem ich kreatives Schreiben unterrichte, achte ich auf wertschätzende Kritik. Auch in Schreibwerkstätten. Schließlich regt es mich selbst sehr auf, wenn jemand nur an meiner Arbeit herumkrittelt, ohne erst einmal mit etwas Posivitem bei mir die Tür zu öffnen. Zumindest ist zunächst einmal die kreative Leistung zu loben, denn man kann nur etwas kritisieren, das überhaupt vorhanden ist. Wie mutig ist es, sein Werk der Welt zu präsentieren! Zumal, wenn es gerade geschlüpft ist und man selbst ganz dünnhäutig ist. Deshalb soll Kritik auch immer von der eigenen Wahrnehmung ausgehen und nicht allgemein-pauschal von oben herab geäußert werden. Lange dachte ich, diese Herangehensweise wäre selbstverständlich, aber leider ist sie das nicht. Im Gegenteil.

Das heißt Gateless Writing, habe ich in der aktuellen Federwelt gelesen. Das Konzept habe die Neurowissenschaftlerin Suzanne Kingsbury entwickelt. Geschützter Raum. Klare Spielregeln. Positiver Fokus. Stärkenbasiertes Feedback. Rohdiamant statt "shitty first draw". Stress hemme den kreativen Fluss, lese ich.

Genau! Mach ich schon seit 2011! Wie gut das tut, höre ich nicht nur von meinen Teilnehmern. Mir selber gehts auch immer richtig gut nach jedem Workshop. Ist wie Wörterbaden!

veröffentlicht: Anke Engelmann, Montag, 17.06.2024

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