Schreibbericht Teil 4

Anfangsschwierigkeiten wie die unterschiedlichen Perspektiven und die Verschränkung der Handlungsstränge ergaben sich beinahe von selbst. Inzwischen sind einige neue Ideen dazugekommen, die den Blick auf das Geschehen erweitern (es ist tatsächlich, wie auf einen Berg zu steigen). Trotzdem orientiere ich mich im Großen und Ganzen an meinen Vor-Überlegungen, nicht denen der allerersten, sondern einer zweiten Stufe. Erstaunlich! Ich arbeite übrigens mit dem Textprogramm Papyrus und gehe inzwischen so vor, dass ich bei jedem neuen Kapitel zunächst den Inhalt als Geistertext notiere. Ideen lege ich als Notizzettel ab und mit Kommentaren weise ich auf etwas hin, was ich später noch einmal aufgreifen will. Praktische Funktionen! Weniger praktisch finde ich die Datenbanken. Ich arbeite meine Personen lieber in Prosa aus. Vor allem biografische Informationen sind mir wichtig, die lassen sich in einer Maske nicht gut unterbringen. Ob jemand blaue oder braune Augen hat, finde ich weniger wichtig, als das, was einem zuerst auffällt. Zum Beispiel die Körperhaltung, vielleicht eine Geste oder ein Dialekt. Ich habe keine Lust, jedesmal die vorgegebene Maske anzupassen. Schwer fällt mir oft, die abstrakte Idee (den Waschzettel) in konkrete Realität umzusetzen, also die Bilder und Szenen in Fluss zu bringen. Und wahrscheinlich werde ich beim Überarbeiten einige Beschreibungen einfügen müssen, damit der Lesefluss nicht so eintönig strömt. Ich hätte nie gedacht, dass mir ausgerechnet das Beschreiben so dermaßen wegrutscht. Meine Schilderungen wirken statisch, ich ertappe mich oft dabei, die Verben „haben“ und „sein“ zu benutzen, oft muss ich in einem zweiten Schritt alles in Handlung übersetzen. Beim Überarbeiten werde ich nach Formen von „haben“ und „sein“ suchen müssen. Hier geht's weiter zum fünften und letzten Teil

veröffentlicht von Anke Engelmann am 24.03.2015

Siehe auch:

  • Nachricht
    Schreibbericht Teil 5

    Der Plan ist, zunächst die Geschichte in Gänze als Rohfassung aufzuschreiben, dann eine Weile liegenzulassen und erst danach zu überarbeiten. Allerdings werde ich das vielleicht nicht mehr schaffen, denn einige größere Arbeiten klopfen (hämmern) schon an meine Tür.
    23.03.2015

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