Seestück

Du: Glücksperlen in den Wimpern.
Ich: hüftlang das Algenhaar.
Wir: hängematt, robbenhäutig.
Fischfamilien Sonnentanz,
Ebereschen füßeln in flüssigem
Silber, leuchtrote Beerenkronen
verzwiefacht der Wasserhimmel.

Schläfriges Sonnengrün: Unser See.
Am anderen Ufer: Unser Steg.
Wasserwärts die Kälte beißend
am Schritt, am Po, am Bauch.

Dann: fallenlassen bis endlich
weiche Wasserhand, sanfter
Fang dich kühl umschmeichelt.

Anderntags: Wir sind nicht einkaufen
gefahren. Morgens früh haben wir
den Bäckerwagen abgepasst.

Am Steg die Frau steht im Wasser bis
zum Schlüpfer. Im Hof nebenan
krächzen Haupthahn und Referenzhahn.

Wir sind in unserem Element. Emil
und die Direktiven – wir haben sie
kurzerhand im Wasser versenkt.

Urlaubsgedicht, kürzlich Gedicht der Woche bei Literaturland Thüringen

Freigabe: 17.08.2026, 08:20 / Anke Engelmann

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