Poesieblog

  • Gauck und ein Kirchentag von Unten

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 09.03.2012 in Politisches

    Genau, das war doch der Gauck, der in Rostock den Kirchentag von Unten hintertrieben hat!

    Aus alter Verbundenheit mit der Kirche von Unten in Berlin (uralter Text von mir, schau an) muss ich diesen Artikel im Freitag über Joachim Gauck nachtragen (und hier aus dem Blog von Rudolf Augstein). Er beschreibt, wie Gauck 1988 in Rostock einen Kirchentag von Unten, wie er im Jahr zuvor in Berlin stattgefunden hatte, verhinderte. Allerdings, nix für ungut liebe AutorInnen, die echten Insider erkennt man daran, dass sie das korrekte große U benutzen: Kirchentag von Unten
  • Schreibmaschine als Tastatur

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 07.03.2012 in Fundstücke

    Eine Schreibmaschine, die wie eine Tastatur funktioniert, stellt die Seite neuerdings.com vor. Toll. Das will ich!
  • Katzenmorgen

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 06.03.2012 in Wege durch die Stadt

    Glückskatzen, Dreifarbkatzen. Die beiden Tiere hocken auf der anderen Seite des Zauns. Warten sie auf die alte Frau, die ihnen gestern Futter gab? Zum zweiten Mal bin ich heute mit dem Rad zu einer Morgentour unterwegs. Es ist halb neun. Wie gestern ist das Tor am Eingang zum Badesee verschlossen. Doch gestern kauerte eine weißhaarige Dame auf dem Bürgersteig und füllte einen flachen Teller. Die Katzen strichen ihr um die Beine und sie redete ihnen beruhigend zu. Ein Mann in roter Jacke kam näher, blieb stehen. Vielleicht wird er schimpfen, dachte ich. Weil doch jemand die wilden Katzen füttert. Doch er sagte ein paar freundliche Worte des Einverständnisses. Etwas wie: Wo ist denn die Graue? Im Vorbeifahren sah ich seine Augen. Sie strahlten. Und dann taucht seine rote Jacke am Ende der Straße auf. Ich fahre vorbei, will ihn grüßen, doch er sieht mich ruhig an, ohne ein Zeichen des Wiedererkennens. Am Autohandel beladen zwei Männer einen Transport. Einer fährt mit einem Pkw rückwärts die Laderampe hinauf. Er ist schon am Ende der Rampe, doch er gibt noch einmal kurz Gas. Noch einmal. Hat er keine Angst, herunter zu fallen? Ein Stück weiter die Straße herunter die Katzenfrau. Frau Ahavzi. Neben ihr eine noch ältere, die sich langsam mit ihrem Rollator bewegt. Ein Zufall hat mich in eine fremde Welt getragen. Die Katzen, die genau wissen, wann die Frau mit dem Futter kommt. Der Mann mit der roten Jacke, der jeden Morgen das Tor aufschließt. Und ich, Außenstehende noch, werde jeden Morgen, mit jeder Begegnung ein Teil von dieser Welt. Ist diese Welt auch ein Teil von mir?
  • Artikel im Netz bezahlen?

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 05.03.2012 in Fundstücke

    Am vergangenen Wochenende hat die Koaltition ein Leistungsschutzrecht für Presseartikel im Internet beschlossen. Demzufolge sollen Google und Co künftig bezahlen, wenn sie Artikel zitieren. Wie das genau aussehen soll - zum Beispiel auch für  andere Nutzer wie z.B. Blogger - darüber ist sich die Koalition nicht klar.
  • Katze im Glitzerstaub

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 05.03.2012 in Fundstücke

    Was steckt zwischen den Zeilen eines Gedichtes? Und können Sprachen kulturelle Unterschiede überbrücken? Im Blog der FAZ  erläutert die Piratin Marina Weisband ihr Vorgehen beim Übersetzen von russischer Lyrik ins Deutsche.
  • Lux in Arcana

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 29.02.2012 in Fundstücke

    Der Vatican öffnet einen Teil seines Archives: Lux in Arcana heißt die Ausstellung, die derzeit in Rom öffnet. Zu sehen sind Dokumente aus 12 Jahrhunderten, Kaiser Barbarossa ist vertreten sowie sein Enkel, Kaiser Friedrich II, dessen Absetzung und Exkommunizierung Papst Innozenz IV 1245 verfügte - die Urkunde dazu kann man nun betrachten, ebenso wie Akten aus dem Prozess gegen Galileo Galilei. Da möchte ich mich mal einschließen lassen!
  • Von der Gleichgültigkeit

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 28.02.2012 in Fundstücke

    Sich um jemanden kümmern, ohne sich mit ihm zu identifizieren sei die Grundlage der Kooperation in der komplexen modernen Gesellschaft. Das meint der US-amerikanische Soziologe Richard Sennett im Interview.
  • Brotlose Kunst oder gute Arbeit, wenig Geld

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 28.02.2012 in Schreiben

    Wissen als Schlüsselressource? Bildung ist alles? Dass ich nicht lache! Gut ausgebildete Akademikerin mit Anspruch und Begeisterung erledigt Aufträge für Dumping-Preise.

    Bildung schadet: Ein Fundstück im Freitag zum Thema gute Arbeit für schlechtes Geld oder schlechte Arbeit für gutes Geld. Spricht mir aus der Seele. Wissen als Schlüsselressource? Bildung ist alles? Dass ich nicht lache! Gut ausgebildete Akademikerin mit Anspruch und Begeisterung erledigt Aufträge für Dumping-Preise. Immer wieder ein Balanceakt. Wo ist die Grenze, wo muss ich mich so stark verbiegen, dass ich mein Alleinstellungsmerkmal verliere? Wann bin ich so weit, dass ich als Selbstständige auch die miesen 0-8-15-Jobs annehmen muss und damit meine Fähigkeiten, mein Wissen und meine Erfahrungen wegdrücke und mich für teuer oder weniger teuer Geld unter meinem Wert verkaufe? Frustrierend ist das.
  • Gauck oder nicht Gauck

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 28.02.2012 in Politisches

    Von Gauck als neuen Bundespräsidenten halte ich nicht viel. Darin fühle ich mich bestätigt durch Hans-Joachim-Tschiche, von dem ich wiederum sehr viel halte. Warum nicht endlich eine Frau - Seyran Ates zum Beispiel!

    Von Gauck als neuen Bundespräsidenten halte ich nicht viel. Darin fühle ich mich bestätigt durch Hans-Joachim-Tschiche (und hier), von dem ich wiederum sehr viel halte. Und auch die Süddeutsche hat ehemalige Weggefährten befragt, die überwiegend skeptisch sind. Warum nicht endlich eine Frau - Seyran Ates zum Beispiel würde mir gut gefallen. Und überhaupt hat mich unser zuvoriger BP, zumindest seine Äußerungen zum Thema Integration, positiv überrascht. Warum jedoch fragt niemand mehr nach Inhalten? Zudem hat Wulff wohl nichts anderes getan, als in der Politik üblich ist. Doch das große Aufräumen dazu bleibt aus. Man konzentriert sich auf die Person Wulffs und glotzt sogar der Schwiegermutter in den Geldbeutel. Also bitte! Dem geht doch jede Würde ab! Und jetzt haben wir einen Kuckuck - und haben das wahrscheinlich nicht besser verdient. Nachtrag nach dem Zapfenstreich: Bei Wulff neige ich zum Fremdschämen. Der Mann ist wirklich absolut und nachhaltig demontiert. Gruselig, wenn die Bildzeitung ihre Zähne zeigt und der kleine Mann seinen Sozialneid auslebt. Wulff wirkt nicht wie das Guttenberg-Stehaufmännchen, eher wie einer, der versucht, Haltung zu bewahren.
  • Keine Sprechverbote!

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 13.02.2012 in Fundstücke

    Darf man/frau Fotze sagen?, fragt Katrin Rönicke im Freitag-Blog. Und beantwortet ihre Frage: Dass Sprache für viele Menschen Traumata transportiert und manche Worte wie Trigger funktionieren können, ist noch lange kein Grund, sie zu verbieten. Ganz im Gegenteil: Gerade Worte, die reiben, drücken und schmerzen, müssen in der Sprache bleiben, weil sie aufregen und das Potenzial haben, Aufruhr auszulösen. Poesieprädikat: lesenswert! (übrigens auch die Diskussion dazu)
  • Für dich immer noch Sie!

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 08.02.2012 in Fundstücke

    Einen Trend zum Du im Büro macht spiegel online aus. Mir wird mit zunehmendem Alter das nivellierende Du immer unangenehmer. Und in vielen meiner Seminare bin ich als Semiarleiterin eine Respektsperson und immer noch Frau Engelmann.
  • Europäischer Gerichtshof stärkt Pressefreiheit

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 08.02.2012 in Fundstücke

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat gestern in zwei Urteilen die Pressefreiheit gestärkt, berichtet der Blog Medienfilter. Eines betraf Caroline von Monaco, das andere ein Foto von einem koksenden Schauspieler, das die Bild-Zeitung veröffentlicht hatte. Beides seien Personen der Zeitgeschichte, mit den Veröffentlichungen würde ihre Privatsphäre nicht verletzt, befand das Gericht. Deutschland muss nun seine Rechtssprechung dem Urteil anpassen.
    Der Text des Urteils ist zu finden auf der Seite des EGMR.
  • Wenn die Grammatik einfriert

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 06.02.2012 in Wege durch die Stadt

    Schon mal die Domstufen runtergerodelt? Der Winter züchtet seltsame Verbotsschilder

    Rodeln verboten!, Bild: Susanne Wolf-Kaschubowski, 2011
    Rodeln verboten!, Bild: Susanne Wolf-Kaschubowski, 2011

    Dieses Foto muss ich noch vom Winter 2011 nachtragen. Sie erinnern sich: meterhohe Schneeberge am Straßenrand, Treppen verschwinden unter Schneemassen ... und grammatisch nicht ganz einwandfreie Warn- und Verbotsschilder wachsen aus der weißen Pracht. Meinen verspäteten Dank an die Fotografin, Susanne Wolf-Kaschubowski.

  • Verlinkung erlaubt

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 01.02.2012 in Fundstücke

    In einem aktuellen Urteil bestätigte das Bundesverfassungsgericht, dass Links in Internet-Beiträgen zur journalistischen Praxis gehören. Geklagt hatte ein Musikproduzent gegen Heise c't. Der Verlag hatte über einen Software-Produzenten berichtet, dessen Software Kopierschutz aufhebt. Ein Link führte  zu dem Produzenten.
    Bericht auf heise.de
    Bericht in der taz
  • Gutmenschen und Dönermorde

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 18.01.2012 in Fundstücke

    "Dönermorde" heißt das Unwort des Jahres 2011. Das gab am 17. Januar die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich bekannt. Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie würden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert würden, so die Jury. Übrigens: Ganz oben auf der Liste stand auch der "Gutmensch" (und hier auch).  Ach übrigens: mein aktuelles Lieblingswort heißt "Wachstumsdelle".
    Unwort 2011

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