Poesieblog

  • Wenn die Grammatik einfriert

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 06.02.2012 in Wege durch die Stadt

    Schon mal die Domstufen runtergerodelt? Der Winter züchtet seltsame Verbotsschilder

    Rodeln verboten!, Bild: Susanne Wolf-Kaschubowski, 2011
    Rodeln verboten!, Bild: Susanne Wolf-Kaschubowski, 2011

    Dieses Foto muss ich noch vom Winter 2011 nachtragen. Sie erinnern sich: meterhohe Schneeberge am Straßenrand, Treppen verschwinden unter Schneemassen ... und grammatisch nicht ganz einwandfreie Warn- und Verbotsschilder wachsen aus der weißen Pracht. Meinen verspäteten Dank an die Fotografin, Susanne Wolf-Kaschubowski.

  • Verlinkung erlaubt

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 01.02.2012 in Fundstücke

    In einem aktuellen Urteil bestätigte das Bundesverfassungsgericht, dass Links in Internet-Beiträgen zur journalistischen Praxis gehören. Geklagt hatte ein Musikproduzent gegen Heise c't. Der Verlag hatte über einen Software-Produzenten berichtet, dessen Software Kopierschutz aufhebt. Ein Link führte  zu dem Produzenten.
    Bericht auf heise.de
    Bericht in der taz
  • Gutmenschen und Dönermorde

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 18.01.2012 in Fundstücke

    "Dönermorde" heißt das Unwort des Jahres 2011. Das gab am 17. Januar die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich bekannt. Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie würden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert würden, so die Jury. Übrigens: Ganz oben auf der Liste stand auch der "Gutmensch" (und hier auch).  Ach übrigens: mein aktuelles Lieblingswort heißt "Wachstumsdelle".
    Unwort 2011

  • Alles Nazis außer Mutti

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 01.12.2011 in Fundstücke

    Plattenbau, tiefster Osten, abgehängte Jugendliche, die gewalttätig sind und skrupellos - typisch Osten eben, könnte man die Pressemeldungen über das Jenaer Neonazi-Trio interpretieren. Solche Vorurteile haben mit der Realtität nichts zu tun, meint Günter Platzdasch in der FAZ

  • Nazis in Thüringen – frech und selbstsicher

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 01.12.2011 in Nazis in Thüringen, Politisches

    Ein Glück, dass die Nazitruppe aus Jena endlich aufgeflogen ist. Sonst wüsste niemand, dass viele Neonazis tatsächlich keinen Respekt vor menschlichem Leben haben und andere Menschen töten oder ihren Tod billigend in Kauf nehmen. Also echt!

    Wie frech und selbstsicher die Nazis in Thüringen lange agiert haben! Ein Glück, dass die Nazitruppe aus Jena endlich aufgeflogen ist. Sonst wüsste niemand, dass viele Neonazis tatsächlich keinen Respekt vor menschlichem Leben haben und andere Menschen töten oder ihren Tod billigend in Kauf nehmen. Also echt! Als Journalistin, die über die braune Szene in Thüringen recherchiert und geschrieben hat, frage ich mich, wie blöd unsere Schlapphüte eigentlich sind. Vielleicht sollte man die mal zur Weiterbildung an eine Journalist_innenschule schicken? Mit Bildungsgutschein? Viele Informationen, die das Bundesinnenministerium der Öffentlichkeit als brandheiße Recherche offeriert, sind schon lange öffentlich zugänglich und mit ein paar geschickten Google-Anfragen schnell zu finden. Ich hätte da einige Recherche-Tipps: Linke regionale Antifa-Gruppen aus Thüringen leisten seit Jahren akribische Arbeit, z.B. hier (artthur.net scheint leider nicht mehr online zu sein), ebenso Zeitschriften wie Der rechte Rand oder Info-Plattformen wie der NPD-Blog. und man kann auch mal mit den Mitarbeiter_innen von Mobit reden, die auch sehr gut informiert sind. Dass Patrick Wieschke, ehemaliger Pressesprecher der NPD Thüringen und jetzt Mitglied des NPD-Bundesvorstandes, einschlägig vorbestraft ist, habe ich schon 2006 in allen meinen Artikeln zum Thema geschrieben. Auch wes Geistes Kind Leute wie Ralf Wohlleben und andere Nazigrößen sind, ist leicht rauszufinden. Wenn Staatsschutz und Polizei ein bisschen tiefer graben, könnte ihnen sogar auffallen, dass in einigen Ämtern Sympathisanten der braunen Truppe sitzen müssen. Wie war das doch, als die Namen und Adressen von Menschen, die Anti-Nazi-Demos angemeldet hatten, auf der Internet-Seite der Jungen Nationalen Thüringen auftauchten – und der Aufruf, bei denen „mal vorbeizuschauen“? Die Infos können ja nur aus dem Ordnungsamt gekommen sein.
  • Gutmenschen: Antwort auf eine Anfrage

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 29.11.2011 in Gutes Deutsch

    Auch wenn andere das ironisch sehen und sich über politische Überkorrektheit mokieren, wie z.B. das „Wörterbuch des Gutmenschen“ von Klaus Bittermann (u.a.), das sich in der Tradition der 68-er Bewegung versteht - für mich klingt das Wort in allen seinen Ableitungen unangenehm nach Abwertung und Verachtung und wird deshalb für mich immer ein Nazi-Wort sein.

    Lieber Herr P., Sie haben mich nach weiteren Thesen für die Herkunft des Wortes "Gutmenschen" gefragt. Hier nun meine Antwort: In der Tat schien mir diese Ableitung, die immerhin nicht nur vom DJV stammt, sondern auch vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS), naheliegend (auch wenn das DISS eher links ist). Vielleicht habe ich sie deshalb übernommen, ohne andere Quellen anzugeben. Mit NS-Lektüre kann ich nicht dienen, ich surfe nicht mehr auf altermedia und Co (die altermedia-Betreiber wurden ja gerade verurteilt). Belege für eine Verwendung in diesen Kontexten finden Sie eine Menge im Guttmensch-blog oder auch hier. Wikipedia führt die DJV-Etymologie auch mit auf, allerdings als eine von mehreren und ohne Kommentar. Schlüssig finde ich den Nachweis der Wortverwendungen bei der Gesellschaft für deutsche Sprache, doch für mich gehört die Ideengeschichte um das Wortfeld eben auch zur Etymologie. Unstrittig ist auch bei Wikipedia und der gfds, dass der Begriff „Gutmensch“ gern in (neu-)rechten Kontexten verwendet wird . Auch wenn andere das ironisch sehen und sich über politische Überkorrektheit mokieren, wie z.B. das „Wörterbuch des Gutmenschen“ von Klaus Bittermann (u.a.), das sich in der Tradition der 68-er Bewegung versteht - für mich klingt das Wort in allen seinen Ableitungen unangenehm nach Abwertung und Verachtung und wird deshalb für mich immer ein Nazi-Wort sein. Ich kann nix damit anfangen, wenn Häme als Humor daherkommt. Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende Anke Engelmann
  • Kulturzone

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 21.11.2011 in Gefunden

    Wie schön, dass es die Kulturzone in Grenz/Randowtal gibt. Und wie schön, dass ich Euch kennenlernen konnte.

    Preisverleihung in Grenz/Randowtal (2010): Ich war als einzige Siegerin angereist und durfte die kleine Glocke läuten, die vor der kleinen Kirche auf dem Gottesacker hing. Das war, als würd ich den Papst anläuten – obwohl auch der lieber woanders hin, nämlich nach Erfurt gefahren war. Selber schuld! In dem Kirchlein, in dem die Feierstunde stattfand, war es eiskalt und ich unglaublich aufgeregt. Wie mich alle anstrahlten! Die Orgelmusik! Danach gab es Hammel am Spieß, Bohnensalat, Kartoffeln und Quark. Sogar ich, langjährige Vegetarierin, aß zur Feier des Tages das eine oder andere Häppchen Hammel – der rumorte mir die restliche Nacht mächtig im Bauch herum. Wir saßen die halbe Nacht unter der flackernden Straßenlaterne, die immer wieder den Blick auf den Sternenhimmel freigab. In dicke Decken gehüllt, am Feuer sitzend, schwatzend über dies und das und jenes und immer wieder schweigend. Am liebsten wäre ich gleich geblieben. Wie schön, dass es die Kulturzone gibt. Und wie schön, dass ich Euch kennenlernen konnte.

  • Klopapier für die Unterschicht

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 27.10.2011 in Fundstücke

    "For you vor Ort" - lautet der aktuelle Werbeslogan der Drogeriekette Schlecker. Eigentlich witzig, meint das Poesiebüro. Uneigentlich auf Unterschichten zielend, meint der zuständige Werbechef, berichtet Spiegel-online. Das Poesiebüro fragt: Ist Denglisch diskriminierend? Und wo kaufen Akademiker ihr Klopapier?

     

  • Orthografie? Mangelhaft!

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 18.10.2011 in Fundstücke

    Unsere Kinder haben zunehmend Schwierigkeiten mit der deutschen Rechtschreibung. Kein Wunder, schließlich haben auch manche Lehrer nicht viel Ahnung von Orthografie, meint Spiegel Online.
  • Das Fräulein vom Amt ...

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 17.10.2011 in Fundstücke

    ... gibt es bei uns schon lange nicht mehr. "Frolleins" waren alleinstehend und mussten sich oft ihren Lebensunterhalt selbst verdienen - zum Beispiel als Telefonvermittlerin. In Frankreich wollen Feministinnen jetzt das Wort "Mademoiselle" abschaffen.
    Adieu Mademoiselle
  • Inflation der Dyslexie

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 13.10.2011 in Fundstücke

    Mit der Inflationierung der Legasthenie wird vor allem ein gesellschaftlich-soziales Problem entschärft, meint Magnus Klaue im Freitag. Den Betroffenen wird damit wenig geholfen.
  • Thüringer Allgemeine: Presserat gibt Ramelow recht

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 10.10.2011 in Fundstücke

    In Sachen ehrverletzender Leserbrief gegen den Fraktionsvorsitzenden der Thüringer Linkspartei, Bodo Ramelow, hat jetzt der Deutsche Presserat die Thüringer Allgemeine gerügt:
    Deutscher Presserat
  • Pofalla und Friedefreudeeierkuchen

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 05.10.2011 in Fundstücke

    Nach seinem öffentlichen Wutausbruch gegen seinen Parteikollegen Wolfgang Bosbach entschuldigte sich Ronald Pofalla (CDU) zunächst per SMS und dann in der BILD-Zeitung. Eine gute Streitkultur sieht anders aus, findet das Poesiebüro. Doch weil der Beschimpfte den Beschimpfer sanft entschuldet hat, ist alles wieder Friedefreudeeierkuchen.

    Wirklich? Schließlich richtete sich Pofallas Wutausbruch auch gegen das Grundgesetz.
  • Rauchsignale aus der Gerüchteküche

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 04.10.2011 in Fundstücke

    Gerüche? Gerüchte? Gerüchteküche? Klaus Merten erforscht die Herkunft und Verbreitung von Gerüchten.
    Gerüchteforscher
  • Worte sind wertvoll

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 29.09.2011 in Fundstücke

    Diesen schönen Titel trägt ein Blog, den Augsburger Journalisten eingerichtet haben und der gegen die "Entwertung des Berufsstandes"  vorgehen will.
    Worte sind wertvoll

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