Poesieblog

  • Pünktchen, Pünktchen

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 07.08.2017 in Gutes Deutsch, Schreiben

    Gehören Satzzeichen zur Schrift, fragt Rudolf Helmstetter in einem Zeit-Essay. Oft würden sie als "unbeträchtlich" angesehen, doch sie sind nicht nur immens wichtig für die Lesbarkeit, sondern unterscheiden die Schrift von der gesprochenen Sprache.

  • Literaturtipp: Die Sumpfschwimmerin

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 13.07.2017 in Lesen, Politisches

    Was für ein sperriger Titel, dieses Wort mit dem Knoten aus sieben Konsonanten. Klingt nach Kampf, nach lähmender Zähe, nach Ersticken, nach Durchbeißen. So wie das Leben von Inge, das die Autorin beschreibt. Wie unser Leben in den letzten DDR-Jahren.

    Ulrike Gramann: Die Sumpfschwimmerin Marta Press Verlag Jana Reich, Hamburg 2017

    Die Geschichte führt in das Ostberlin der End-Achtziger, in die Szene der Künstler, der Bürgerrechtler, der Menschenrechtsgruppen, der Frauen- und Lesben. Dazu Rückblenden in Inges Heimat, einem Kaff im Thüringischen. Ja, Künstler, nicht KünstlerInnen. Und Bürgerrechtler, nicht BürgerrechtlerInnen.

    Diese Geschichte, die auch meine berührt, habe ich so noch nicht gelesen. Wie machomäßig die DDR-Bohemé strukturiert war, und wie wir Frauen das nicht nur hingenommen, sondern die Gurus angehimmelt haben. Genau! Das begreift eine wohl erst, wenn sie selbst einen Sumpf durchschwommen hat. Der Widerstand gegen die IWF-Tagung (Telefonterror und Ost-Kleingeld-Regen beim umrahmenden Kulturprogramm für die Gattinen der Bonzen) – beängstigend aktuell nach dem G20-Gipfel in Hamburg. Die beiden Westberliner Wendo-Trainerinnen, die mit Perücke auf ihrem Iro nach Ostberlin einreisen, um den Frauen zu zeigen, wie sie sich verteidigen können. Bei den Ostfrauen treffen sie zunächst auf Unverständnis: Verteidigen? Wogegen?

    Die Freundinnen, Angelika, Iris, Petra. Der Mief, der Pief, die Enge. Die Mechanismen, die uns klein hielten, die Freiräume, die uns hielten. Und schließlich, doch: der Ausreiseantrag. Bei Inge beginnt dieser Weg mit einem Kranz für die ermordeten lesbischen Frauen im Konzentrationslager R(avensbrück). Naiv, klar. Zuführungen, Verhöre. Schikanen. Denn sowas (SOWAS!) gab’s ja nicht. Waren alles Kommunistinnen, erklärt Rosel, eine KZ-Überlebende, den Frauen, die sie besuchen, weil sie viele Fragen haben. Doch auch Fragen gab’s nicht im Osten. Nur Antworten.

    Ich hab das Buch hintereinander weg gelesen, oft sehr berührt, manchmal sogar mit Tränen. DDR-Geschichte, Frauengeschichte. Ja, die Ostfrauen tickten anders, viele hatten einen blinden Fleck bei Übergriffen und Abwertungen, weil das irgendwie normal war, so habe ich es jedenfalls erlebt. Bin froh, dass wir jetzt die Chance haben, das zu sehen und uns damit auseinanderzusetzen. (Unter uns: Dieses Wort hat Eingang in meinen Sprachschatz gefunden: Sumpfschwimmerin. Gegen eine fette, zähe, dreckige Brühe kämpfen, die am Weiterkommen hindert. Klassetitel!)

  • Rechtschreibreform retour

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 30.06.2017 in Gutes Deutsch

    29.6.2017: Endlich! Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat das Regelwerk für die Rechtschreibung aktualisiert, also dem tatsächlichen Gebrauch angepasst. Einige grässliche Eindeutschungen ("Majonäse", "Wandalismus") gelten jetzt beim Diktat wieder als Fehler. Wichtig zudem: Es gibt einen neuen Großbuchstaben: das ß (Tastatureingabe: Alt1E9E). Jetzt müssen nur noch alle Computertastaturen umgebaut und alle Schriftarten um diesen Buchstaben ergänzt werden. Immerhin steuert der Rat mit dieser Entscheidung der Tendenz entgegen, den Buchstaben ß ganz abzuschaffen.

    Vollständiges Regel- und Wörterverzeichnis

  • Wem gehört die Sprache?

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 05.05.2017 in Gutes Deutsch, Sprachpolitik

    Auf Sprachlog äußert sich Sprachwissenschaftlerin Kristin Kopf kritisch zu einem Artikel in der Frankfurter Rundschau, der sich mit Sprachwandel beschäftigt und unter dem Stichwort "Deppenleerzeichen" erschien. Wichtigste Erkenntnis: Geändert hat sich, wer öffentlich schreiben darf.

  • Beruf: Ehefrau

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 15.02.2017 in Fundstücke

    Wie sich in der Position der "Gattin" des Bundespräsidenten ein traditionelles Rollenbild spiegelt, darüber schreibt Maragarete Stokowski in ihrer Spiegel-Kolumne. Ich finde zudem, die nächste BP-Gattin sollte ein Gatte sein.

  • Nachrichten, die nicht vorgekommen sind

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 09.02.2017 in Fundstücke

    Wie jedes Jahr veröffentlicht "der blinde Fleck" wieder Nachrichten, die in der Berichterstattung nicht oder nicht ausreichend beleuchtet wurden. Brisantes Thema u.a. 2016: Scheinselbstständigkeit bei JournalistInnen.

  • Prinzessin Eisenarsch

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 06.02.2017 in Schreiben

    Am 8. Januar 2017 um 13 Uhr habe ich den letzten Punkt unter mein Manuskript gesetzt. 274 Seiten, zwei Jahre Arbeit, zwei Jahre Frühaufstehen an Wochenenden, Feiertagen, zwei Jahre Schreiben vor und nach der Arbeit. Zwei Jahre habe ich Figuren mit mir herumgetragen, Zettel vollgekritzelt, Handlungen ent- und verworfen, gezweifelt und gejubelt. Unzählige Stunden am Computer, wenn andere im Bett lagen oder auf der Piste waren: Nennt mich Prinzessin Eisenarsch! Und jetzt?

    Erste Phase: Euphorie. Endlich fertig! Endlich ernten, was ich so lange bestellt habe. Jetzt kann mal Geld reinkommen!

    Zweite Phase: Zweifel. Ist das alles überhaupt relevant? Wen interessiert das? Und wie lange ist die Geschichte überhaupt lesbar?

    Dritte Phase: Liegen lassen! Wenn ich jetzt am Manuskript arbeite, würde ich alles zerstören.

    Vierte Phase I: Arbeit am Exposè. Dabei wird deutlich: Ich muss noch mal ran. Logische Fehler ausbügeln. Anschlüsse herstellen, lose Fäden aufgreifen und verknüpfen. Themen deutlicher machen. Seitenhandlungen, die in Sackgassen führen, rausnehmen oder verstricken. Vierte Phase II: Ein Testleser hat eine erste Version bekommen. Ich lese den Anfang in unserer Schreibgruppe "Passwort Pegasus" vor. Die Reaktionen sind gemischt. Inzwischen konnte ich wieder ran und habe schon erste Änderungen vorgenommen. Gleichzeitig habe ich mir die Webseiten von Literaturagenturen angesehen und eine Liste angelegt. Und mir kreist ein neues Romanthema im Kopf herum, an dem ich bereits arbeite. Ach ja, der Titel des aktuellen Projektes: Drin. Genauer gesagt: Drin. Wir sorgen für saubere Sprache. Dein Ex- und Hopp-Unwort-Filter

    Nachtrag: Das Projekt liegt seitdem auf Eis. Sicher werde ich es noch einmal hervornehmen und bearbeiten. Aber es war unglaublich wichtig, die Sache durchzuziehen und zum ersten Mal einen ganzen Roman abzuschließen.

  • Nicht auf Ideologien hereinfallen

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 06.02.2017 in Fundstücke, Politisches

    Sprachforscherin Elisabeth Wehling erklärt im Tagesspiegel, wie Ideologien funktionieren, welche Tricks der US-Präsident Donald Trump anwendet und warum man die Slogans der AfD nicht wiederholen soll.

  • Postfaktisch? Präfaktisch?

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 14.12.2016 in Fundstücke

    Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat "postfaktisch" zum Wort des Jahres gekürt. Eine Entscheidung für Leute, die "exorbitant" statt "doll" sagen, meint Margarete Stokowski in ihrer Spiegel-Kolumne.

  • TextArt hört auf

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 07.12.2016 in Lesen, Schreiben

    Seit 16 Jahren ist die TEXTart auf dem Markt und eines von zwei federführenden (hihi) Magazinen für Kreatives Schreiben. Jetzt hört das Magazin, das im Quartalsrhythmus erscheint, überraschend auf. Anscheinend wurden sogar die TEXTart-MacherInnen von der Einstellung der Zeitschrift überrascht.

     Der aktuellen Ausgabe 4/2016 liegt ein Brief von Sandra Uschtrin bei, der Herausgeberin der konkurrierenden Federwelt. Übertitelt ist er mit: "Dies ist die letzte Ausgabe der TEXTart". Im Heft selbst nichts vom Aus der Zeitung: Ankündigungen für die nächste Ausgabe, Abowerbung, Werbung für Anzeigen. Im Editorial plaudert Chefredakteur Frank J. Schmitz über die Dinge, über die man in einem Editorial plaudert.

    Irritiert rufe ich die Homepage auf: Inhalte der aktuellen Ausgabe flashen über den Bildschirm. Wenn die wirklich aufhören würden, stände das doch ganz fett und rot auf der Seite, denke ich. Facebook? Nichts. Zurück zur Homepage, jetzt ist da was links, bleib doch mal stehen, da, schnell anklicken, sonst rutscht es wieder weg: Verteuerung der Produktion und abnehmendes Käuferinteresse seien die Gründe, dass "wir die Produktion nicht mehr aufrechterhalten können", heißt es etwas verschmörgelt auf der Homepage.

    Erst im August 2016 hatte Gründer und Herausgeber Oliver Buslau den Posten als Chefredakteur an Frank J. Schmitz abgegeben. Wie auch immer: schadeschade!

  • Sag Ja zur Moschee!

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 28.11.2016 in Nazis in Thüringen, Politisches

    Unerwünschte Postwurfssendung gegen die Moschee in Erfurt. Wie geht man mit so etwas um?

    Anti-Moschee-Vorderseite + 1 Bild
    Anti-Moschee-Vorderseite

    Diesen Dreck hatten wir heute früh im Briefkasten: Eine Postkarte gegen die geplante Moschee in Erfurt, die ich an den Oberbürgermeister schicken soll, um das "Wohl unserer christlichen Heimat" gegen "westdeutsche Zustände und kriminelle Parallelgesellschaften" zu verteidigen. Wie geht man mit so etwas um? Das mache ich: 1. Ich schreibe an den Oberbürgermeister und teile ihm mit, dass ich den Bau der Moschee ausdrücklich befürworte. 2. Ich schicke die Postkarte unfrei an den als V.i.S.d.P. angegeben "Ein Prozent e.V." zurück.

    Der Verein soll Pegida und den neuen Rechten nahestehen. Er sitzt übrigens in Sachsen und nicht in Thüringen. Hier eine Spurensuche  zum Verein und seinem Vorstand Helge Hilse.

    Es ist wichtig, sich jetzt zu äußern. Deshalb hier der Wortlaut meines Schreibens an den Bürgermeister und den Stadtrat. Kann gern kopiert werden: Lieber Herr Bausewein, liebe Mitglieder des Stadtrates, ich schreibe, um Ihnen mitzuteilen, dass ich den Bau der Ahmadiyya-Moschee ausdrücklich befürworte. Ich unterstütze, dass die Moslems, die bei uns leben, einen Ort haben, an dem sie ihre Religion ausüben können. Nach allem, was ich gehört und gelesen habe, steht die Ahmadiyya-Gemeinde für einen offenen Islam. Ich bitte Sie, lassen Sie sich nicht beeindrucken von der Welle von Postkarten, die möglicherweise auf Sie zurollt (eine habe ich beigelegt). Bitte prüfen Sie auch, ob die Stadt gegen diese Art der Meinungsbeeinflussung und gegen den als V.i.s.d.P. auftretenden »Ein Prozent e.V.« (der übrigens in Sachsen sitzt) vorgehen kann. Meine Unterstützung haben Sie! Herzliche Grüße, Anke Engelmann

    (Nachtrag: Natürlich habe ich die Retour-Karte nicht mit meinem Namen unterzeichnet, sondern die an den Oberbürgermeister.)

  • Gut gendern: Mein *-X-_-/-Innen-Vorschlag

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 28.10.2016 in Gender, Gutes Deutsch, Politisches

    Die gerechte Sprache gefällt mir nicht. Mit Passivkonstruktionen und geschlechtsneutralen Wortbildungssuffixen fördert sie das Beamtendeutsch. Hört auf, die Substantive wie Weihnachtsbäume zu behängen! Sternchen, Unterstrich, Schrägstrich, Groß-I, Klein-i, das bimmelt und klimpert und am Ende weiß eine garnicht mehr, was das Wort selbst eigentlich bedeutet!

    Gerechte Sprache? Unbedingt! Frauen sollen sich selbst deutlich nennen und andere sollen zeigen, dass sie Frauen wertschätzen. Wenn eine Frau von sich sagt: "Ich bin Lehrer", schmerzt mich das. Als ginge bei solchen (Nicht-)Bezügen ein wichtiger Teil dessen verloren, was diese Frau ausmacht. Als könnte sie sich in ihrem Beruf als Person nicht vollständig einbringen, sondern müsste sich anpassen und einschränken.

    Doch die gerechte Sprache, auch in ihrer soften Variante wie hier im Genderwörterbuch "Geschickt gendern", regt mich auf. Nach meinem Eindruck befördert sie mit Passivkonstruktionen und geschlechtsneutralen Wortbildungssuffixen wie -schaft, -heit, -keit das Beamtendeutsch. Wichtiger noch: Akteure werden ausgeblendet. Ich bin nämlich auch für eine lebendige und unmittelbar-konkrete Sprache. Ich will intuitiv und trotzdem gerecht sprechen und schreiben. Ich will deutlich sagen, wer etwas getan oder nicht getan hat.

    Mein Vorschlag: Hände weg vom Substantiv! Hört auf, die armen Dinger wie Weihnachtsbäume zu behängen! Sternchen, Unterstrich, Schrägstrich, Groß-I, Klein-i, das bimmelt und klimpert und am Ende weiß eine nicht mehr, was das Wort selbst eigentlich bedeutet. Jenseits aller Ver- und Entgenderung meine ich. Und bitte nicht an den Substantiven selbst rumbasteln, um sie zu "entschärfen"!

    Im Deutschen sind auch Artikel Genusmarker. Die doppelte Markierung Artikel + Anhängsel am Substantiv ist im Grunde völlig überflüssig. Nehmen wir doch einfach unsere Sprache ernst und die Möglichkeiten, die sie uns bietet. Machen wir das Gendern intuitiver und konkreter und die Grammatik auch! Echt jetze!

    Das Problem ist strukturell, die Substantiv-Fixiertheit auch. Das Deutsche (Linguistik Grundstudium, frei nach Schlegel) ist auf dem Weg vom synthetischen zum analytischen Sprachbau. Grammatische Kategorien wie das Geschlecht der Substantive werden überwiegend extern, also mit der, die und das oder ein, eine, ein markiert. Im Singular problemlos als Genusmarker zu benutzen: Ich gehe zu der Arzt. Ich gehe zu dem Arzt. Ich gehe zu einer Arzt. Ich gehe zu einem Arzt. Kann und will ich gern noch weiterdenken. Geht übrigens zurück auf Luise Pusch, hier etwas zum Schmökern über sie.

    Allerdings (Aufschrei) würden diejenigen keine sprachliche Repräsentanz finden, die sich als weder weiblich noch männlich verstehen. Ich finde jedoch (AUFSCHREI!), nicht jede Einzel-Identität sollte in der Allgemein-Sprache eine Botschaft eröffnen dürfen. Und nebenbei bemerkt, mich interessiert nicht, welche sexuelle Identität mein jeweiliges Gegenüber für sich beansprucht.

    Manchmal spreche ich übrigens tatsächlich so, das heißt, ich benutze die Artikel konsequent genusbezogen. Dann freue ich mich diebisch über Irritationen und darüber, "Unordnung" in die Sprache zu bringen und sie ein bisschen anzustubsen. Denn Sprache verändert sich nicht von allein! Apropos: Hier noch ein Artikel zum sogenannten generischen Maskulinum vom Sprachblog des Linguisten Anatol Stefanowitsch.

    Nachtrag: Weil im Deutschen der Stammvokal betont wird, schleifen sich seit Jahrtausenden die Endsilben ab. Auch die Genderkennzeichnung wird verblassen und verschwinden, wenn sie am Wortende angehangen wird: Voralthochdeutsch: gebanan, Althochdeutsch: geban, Mittelhochdeutsch: geben (kurzes e Stammvokal), Neuhochdeutsch: geben (gedehntes e Stammvokal, "Kannste mir mein Kaffe gehm?).

  • Grammatikblog: Tipp

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 24.10.2016 in Schreiben

    Noch ein Tipp (weil wir schonmal dabei sind): einen zauberhaften Grammatik-Blog, den ich allen wärmstens ans Herz lege:

    Angelika Jodl. Das Buch dazu heißt: "Die Grammatik der Rennpferde" und ich will es lesen. Unbedingt!

    Nachtrag am 7. Dezember: Ich habe mir "Die Grammatik der Rennpferde" zum Nikolaus geschenkt und bin begeistert. Entzückend! Spannend! Genau mein Motto: Deutsch darf auch Spaß machen. Unbedingte Empfehlung für DaZ-Lehrende in der Erwachsenenbildung und sprachbegeisterte Grammatikfreaks!

  • Action und Perspektive

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 11.10.2016 in Schreiben

    Wenn einer Figur etwas passiert, kann sie nicht darüber erzählen. Sie muss sofort reagieren und aufhören zu labern. Wie erzählt man das in der personalen Perspektive?

    Eine weitere Schreibbeobachtung: Mir fällt es schwer, Action-Szenen zu schreiben. Ich schleiche mich gern von hinten an, aus dem sicheren Versteck, Rückblende, jemand anders beobachtet und erzählt ... Als wäre da ein Dilemma: Wenn einer Figur etwas passiert, muss sie sofort reagieren. Sie kann nicht labern. Also muss jemand anders den Redepart übernehmen.

    Wenn ich gerade in einer personalen Erzählperspektive stecke, rutsche ich bei action-Szenen leicht ins Auktoriale. Auktorial mag ich nicht. Wirkt so onkelhaft.

    Was unterscheidet: »Ein Moment, im Nachhinein. Die Faust vor seinem Gesicht und der Gedanke: ›Das passiert jetzt mir!‹ Das Nächste, woran er sich erinnerte ...« und »Er sah die Faust auf sich zukommen. Blitzschnell wich er mit einer Drehung aus. Sein Angreifer setzte nach. Erwischt! Er spürte keinen Schmerz. Im Fallen dachte er verwundert: ›Das passiert jetzt mir?‹. Dann dachte er nichts mehr. Dunkelheit umfing ihn.«? Der Abstand.

    Erklärung: 1. Ich bin sehr dicht (zu dicht?) an meinen Figuren. 2. Personen, ihr Verhalten und ihre Interaktion: daraus entfaltet sich bei mir die Handlung. Nicht aus Szenen oder Bildern.

  • 28. September: Der Stell-eine-dumme-Frage-Tag

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 28.09.2016 in Fundstücke

    In der Schule hieß es immer: Es gibt keine dummen Fragen (nur dumme Antworten). Am 28. September ist in den USA der Stell-eine-dumme-Frage-Tag. Fangen wir doch gleich mal damit an: Welche lustigen Gedenktage gibt es noch? Da wäre zum Beispiel der weltweite "Brate-Eier-auf-dem-Gehweg-Tag" (4. Juli) oder der weltweite "Erfinde deinen eigenen Feiertag-Tag" (26. März).

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