Poesieblog

  • Gesetz zum Leistungsschutzrecht verabschiedet

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 01.03.2013 in Schreiben

    ist es also doch passiert: Der Bundestag hat heute das umstrittene Gesetz zum Leistungsschutzrecht verabschiedet. Damit wollen Verlage ein Stückchen vom Google-Kuchen: Künftig sollen gewerbliche Anbieter wie Suchmaschinen (oder das Poesiebüro) zahlen, wenn sie Auszüge von Artikeln (Snippets) zitieren.

    Text der Gesetzesvorlage

  • Pressefreiheit adé

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 22.02.2013 in Fundstücke

    Die Formulierungen klingen harmlos, aber sie haben es in sich. Mit seinem aktuellen Urteil hat das Bundesverfassungsgericht die Auskunftspflicht der Behörden und damit die Pressefreiheit beschnitten, meint der DJV-Vorsitzende Michael Konken im ND-Interview.
  • Schüttelreime …

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 22.02.2013 in Schreiben

    Die Lebenslaster eines Lastenhebers sind Leberhasten und des Lebens Laster. Das Leben hasst er und voll Hast erlebt er's.

    ... sind geschüttelte Reime. Wie dieser hier (Eigenproduktion): Die Lebenslaster eines Lastenhebers sind Leberhasten und des Lebens Laster. Das Leben hasst er und voll Hast erlebt er's.
  • Vereinfacht? Verfälscht?

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 18.02.2013 in Fundstücke

    Einen Einblick in die Arbeitsweise von Journalisten gibt der Beitrag von Sebastian Heiser im tazblog. Journalisten müssen vereinfachen und zusammenfassen. Die hohe Kunst besteht darin, dabei nicht zu werten oder Inhalte zu verfälschen.
  • Server von mediafon lahmgelegt

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 12.02.2013 in Schreiben

    Leider hat sich der kriminelle Teil der selbsternannten Netzgemeinde entschlossen, den Server zu attackieren, auf dem auch mediafon läuft. Information und solidarische Beratung sind offensichtlich etwas, das diese "Kämpfer für ein freies Netz" nicht unter Freiheit verstehen.

    Folgende Mail habe ich heute bekommen und gebe sie hier unverändert wieder. Ein Kommentar erübrigt sich. Liebe Kollegin, lieber Kollege, leider hat sich der kriminelle Teil der selbsternannten Netzgemeinde entschlossen, den Server zu attackieren, auf dem auch mediafon läuft. Eigentliches Ziel des Angriffs war die Informationsplattform www.urheber.info, auf der viele Urheber-Verbände Informationen für die Diskussion rund um das Thema Urheberrechte zur Verfügung stell(en). Information und solidarische Beratung sind aber offensichtlich etwas, das diese "Kämpfer für ein freies Netz" nicht unter Freiheit verstehen. Die - mit Verlaub - Arschlöcher, die statt mit Argumenten mit brachialer Gewalt ihr Recht auf Eure Kosten (als UrheberInnen) erkämpfen wollen und sich (in diesem Fall) hinter dem Namen Anonymus Deutschland verstecken, sind also Schuld daran, dass es die nächsten Tage ein wenig mit der Erreichbarkeit von mediafon haken wird - so lange, bis alle Namensserver die IP-Adresse des neue Servers wissen, auf dem mediafon nun läuft. Wir nehmen an - und so hat der ganze Ärger vielleicht auch was Gutes -, dass dies für Euch Anlass sein wird, in Diskussionen, Web-Foren und Wahlentscheidungen genauer hinzuschauen, wer Eure Interessen tatsächlich vertritt und entsprechend Stellung zu beziehen. Mit dem vorgeblichen Kampf gegen eine "Content-Mafia" hat es nämlich nichts zu tun, wenn nun jene Verbände und Gruppen attackiert werden, die Argumente nennen, warum und wie es Medien- und Kulturschaffenden möglich bleiben soll, von ihrer Arbeit auch leben zu können. - Das vermeintliche Ideal, sich fremde Werke kostenlos aneignen zu können, wird den Kreativen kaum die notwendigen angemessenen Honorare und Tantiemen herbeischaffen, die sie zum Überleben brauchen. Euer mediafon-Team
  • Die Passiv-Dame

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 11.02.2013 in Gutes Deutsch

    Wie ich (fast) lernte, den (das?) Passiv zu mögen.

    Dialog mit der Kassenfrau gestern (10. Februar) im Museum Erfurt: "Müssen wir für den Vortrag Eintritt bezahlen?" "Eintritt wird bezahlt werden." "Ach, der Eintritt ist frei?" "Der Eintritt wird VON IHNEN bezahlt werden."
  • Übergriff auf Übergriff

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 07.02.2013 in Gender

    Brüderle! Imponiergehabe! Hat ihn eine junge Journalistin frech gefragt, wie das denn ist, in "seinem Alter" noch einmal für ein Amt vorgeschlagen zu werden. Hat er reagiert, wie er es gelernt hat – übergriffig. Alte Schule, sozusagen. Derber Oktoberfest-Humor. Höhöhö!

    Allerdings finde ich die Frage der Journalistin auch übergriffig, weil altersdiskriminierend. Journalist/innen sollen schon gezielt provozieren. Aber nicht unnötig. Und nicht beleidigen oder verletzen. Dass die Debatte über sexuelle Übergriffe aus dieser Geschichte heraus aufgeflammt ist, hat weniger mit FDP oder der Person Brüderles zu tun. Vielmehr mit der kulturellen Erfahrung von Frauen und Mädchen, die prägend ist für unsere Gesellschaft. Doch ich finde, man darf nicht vergessen: Machtgehabe wird zwar oft, aber nicht nur sexualisiert. Macht und die damit einhergehende Entmündigung erleben auch andere gesellschaftliche Gruppen: Kinder z.B., Empfänger von Sozialleistungen, Asylsuchende, kranke Menschen – und Alte. Siehe oben.

  • Zeitung ohne Journalisten

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 04.02.2013 in Fundstücke

    Die WAZ macht die Westfälische Allgemeine dicht. Übrig bleibt nur eine leere Hülle, ein Zombie. Füllen sollen das Blatt künftig die Meldungen der Konkurrenz. Hintergründe auf dem Blog von Stefan Niggemeier sowie beim Journalistenverband, vor allem über die Proteste am 2. Februar 2013.

  • Walter Schilling ist tot

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 30.01.2013 in Politisches

    Vieles und Viele hat er bewegt.

    Er war irgendwie immer da. Ein echter Seelsorger. Am 29. Januar 2013 ist Walter Schilling im Alter von fast 83 Jahren gestorben. Vieles und Viele hat er als Pfarrer in Thüringen und DDR-weit angestoßen und bewegt. Auf sein Wirken geht das Prinzip der Offenen Arbeit und der Kirche von Unten zurück. Damit hat er maßgeblich dafür gesorgt, dass sich in der DDR „unter dem Dach der Kirche“, wie es immer heißt, eine Opposition entwickeln, vernetzen und halten konnte. Die „Offene Zeit“ alljährlich im Rüstzeitheim Braunsdorf hat uns alle geprägt, Langhaarige und Punks. Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 2. Februar 2013, in der Kirche in Braunsdorf statt.

    Nachtrag: Hier ein Video über Walter von Kaktus (danke Jörg für den Hinweis!)

  • Sexismus

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 29.01.2013 in Fundstücke

    Brüderle! Diese betuliche, schleimige Alte-Männer-Tour! Endlich reden wir drüber! Im Internet diskutieren Frauen heftig - das zeigt, wie groß der Bedarf ist. Ich empfehle zum Thema den Blog Alltagssexismus von Anne Wizorek.

  • Amtsdeutsch 2: Versackt und gebeutelt

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 23.01.2013 in Gutes Deutsch

    Der Wertsack ist ein Beutel, der auf Grund seiner besonderen Verwendung nicht Wertbeutel sondern Wertsack genannt wird, weil sein Inhalt aus mehreren Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt sondern versackt werden.

    Der Wertsack ist ein Beutel, der auf Grund seiner besonderen Verwendung nicht Wertbeutel sondern Wertsack genannt wird, weil sein Inhalt aus mehreren Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt sondern versackt werden. ... Sollte sich bei der Inhaltsfeststellung eines Wertsackes herausstellen, dass ein in einem Wertsack versackter Versackbeutel statt im Wertsack in einem der im Wertsack versackten Wertbeutel hätte versackt werden müssen, so ist die in Frage kommende Versackstelle unverzüglich zu benachrichtigen. ... Quelle: Kilian, Michael: Literatur und Jurisprudenz – Anmerkungen zum Berufsbild des Juristen, in: Deutsche Richterzeitung (DRiZ) 1985, 18 Gefunden: www.gregor-jonas.de/witze/wertsack.htm am 21.1.2013 Von Claudia - vielen Dank! Nachtrag: Der Verfasser des Artikels ist mitnichten die Deutsche Bundespost, sondern vielmehr der Autor Wolf Wondratschek. Der Text steht in seinem ersten Buch: Früher begann der Tag mit einer Schusswunde (1969)
  • Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan …

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 22.01.2013 in Gutes Deutsch

    Rassismus, Sexismus, Gewalt gegen Schwächere, haben unsere Kultur geprägt. Endlich sind wir dafür sensibel geworden. Wird auch mal Zeit.

    Kinderbuchverlage haben angekündigt, anstößige Worte in Büchern durch weniger anstößige zu ersetzen. Aus dem „Negerkönig“ in „Pippi Langstrumpf“ wird ein „Südseekönig“ und auch an die „kleine Hexe“ von Otfried Preussler soll Hand gelegt werden. Gut, dass wir endlich drüber reden. Vor einiger Zeit haben wir bei einer Familienfeier zu Ehren der hochbetagten Jubilarin ihre Lieblings-Volkslieder gesungen. Als die alte Dame und mit ihr die ganze Runde begeistert „Lustig ist das Zigeunerleben“ schmetterte, verging mir der Spaß. Mir wurde bewusst, wie tief rassistische Klischees in unser Kulturgut eingewoben sind. Auch das „Heidenröslein“ mag ich nicht, weil es meiner Meinung nach die Geschichte einer Vergewaltigung erzählt. Rassismus, Sexismus, Gewalt gegen Schwächere, haben unsere Kultur geprägt. Endlich sind wir dafür sensibel geworden. Wird auch Zeit. Trotzdem bin ich dagegen, aus Kinderbüchern anstößige, weil politisch unkorrekte Worte zu tilgen. Warum? Weil meiner Ansicht nach damit unsere Geschichte glatt gebügelt würde. Und überhaupt: Wenn schon, müsste „Pippi“ auch umbenannt werden: Der Name der kleinen Anarchistin erinnert klanglich an „Püppi“ (von Puppe) oder an „Pippi machen“ – wenn das nicht diskriminierend ist. Das Zitat: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan …“, lautet im Original: „Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen“ und stammt von Schiller.
  • Beamtendeutsch

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 09.01.2013 in Gutes Deutsch · 2 Kommentare

    Durch die Entdeckung eines biologisch-floralen Vegetationselementes der Gattung Rosacea des Farbbereiches rot auf einem mit spärlicher Spontanvegetation und ohne raumübergreifendes Großgrün bestücktem Landschaftsbereich wurde ein Minderjähriger männlichen Geschlechtes zur Beschleunigung seiner fußmäßigen Fortbewegungsweise veranlasst und nach Inaugenscheinnahme desselben, aufgrund einer, die amtlicherseits festgelegten Grenzwerte überschreitenden spontanen Gefühlsäußerung registriert.

    Dieses Kleinod habe ich kürzlich als Übung für eines meiner Seminare erstellt. Wer herausbekommt, welchen Text (1. Strophe) ich hier verballhornt habe, dem spendiere ich ein Bienchen. Durch die Entdeckung eines biologisch-floralen Vegetationselementes der Gattung Rosacea des Farbbereiches rot auf einem mit spärlicher Spontanvegetation und ohne raumübergreifendes Großgrün bestücktem Landschaftsbereich wurde ein Minderjähriger männlichen Geschlechtes zur Beschleunigung seiner fußmäßigen Fortbewegungsweise veranlasst und nach Inaugenscheinnahme desselben, aufgrund einer, die amtlicherseits festgelegten Grenzwerte überschreitenden spontanen Gefühlsäußerung registriert. Unter Rücksichtnahme auf das jugendliche Alter des noch nicht strafberechtigten Missetäters wurde auf weitere Strafverfolgungsmaßnahmen zunächst verzichtet, das Delikt jedoch in Beabsichtigung einer Erziehungsmaßnahme durch den Medienschaffenden G. der Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht. (Zusatz: Wie an anderer Stelle gesagt: ich mag das Gedicht nicht. Aber zum Verballhornen reicht's.)
  • Zitate autorisieren?

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 06.11.2012 in Politisches

    Zwischen der Spiegel-Journalistin Merlind Theile und der Piratin Marina Weisband ist eine Auseinandersetzung entbrannt über ein Gespräch, dessen Autorisierung und den Artikel dazu. Die Grenze zwischen der notwendigen sprachlichen Bearbeitung und einer interpretierenden Wiedergabe ist oft schwer zu fassen.

    Zwischen der Spiegel-Journalistin Merlind Theile und der Piratin Marina Weisband ist eine Auseinandersetzung entbrannt über ein Gespräch, dessen Autorisierung und den Artikel dazu. Marina Weisband antwortet in ihrem Blog. Klar ist: Journalisten müssen sprachlich bearbeiten, raffen, zusammenfassen. Eine 1:1-Abbildung des Gesagten würde niemand lesen wollen. Eine Verfälschung ist das nicht. Doch lauern dabei einige Fallen. Journalisten sind auch bloß Menschen und bei jeder Kommunikation kann es zu Missverständnissen kommen. Und ja, manchmal beeinträchtigen Vorurteile die Wahrnehmung. Deshalb ist es im deutschen Gwalledähds-Schurnalissmuss üblich, dass Interviews autorisiert werden - allerdings ist laut Presserat eine Autorisierung "aus presseethischer Sicht nicht zwingend erforderlich". Auch wörtliche Zitate können auf Verlangen abgeglichen werden, nicht aber indirekte. Ethische Grundlagen wie z.B. die journalistische Sorgfaltspflicht regelt der Pressekodex des Presserates. Marina Weisband kann sich beim Presserat beschweren, der den Fall prüfen und gegebenenfalls eine Rüge aussprechen würde - die allerdings keine rechtliche Relevanz hätte. Zudem könnte sie eine Richtigstellung einfordern, die der Spiegel an vergleichbar prominenter Stelle platzieren müsste, und zwar unabhängig davon, ob die Richtigstellung berechtigt ist oder nicht. Pech für die Journalistin, dass sie das Ok für die Zitate nur telefonisch bekommen hat. Ich persönlich glaube ihr das. So etwas ist vielleicht unprofessionell, aber durchaus üblich, zumal wenn der Redaktionsschluss drückt. Und natürlich gibt es dafür keinen Beweis, denn Telefonate dürfen ohne vorherige Zustimmung nicht aufgenommen werden. Erlaubt ist allerdings, das Gespräch laut zu stellen und Zeugen mithören zu lassen. Meine persönliche Meinung: Politik-Neulinge sind manchmal unsicher beim Umgang mit der Presse und fallen schnell in einen Das-hab-ich-so-nicht-gesagt-Reflex. Hab ich oft genug erlebt. Einen Beweis dafür, was sie wirklich gesagt hat, kann die Piratenfrau ebensowenig vorweisen wie die Journalistin. Einerseits. Andererseits ist die Grenze zwischen der notwendigen sprachlichen Bearbeitung (inklusive Raffen oder Zusammenfassen von Äußerungen) und der Interpretation, also dem Hinbiegen auf die persönliche Meinung des/der Autor/in schwer zu fassen. Und der Spiegel arbeitet für meinen Geschmack oft genug nicht sauber, trennt mir zu wenig zwischen Meinung und Fakten.
  • Nazis bei der Bundeswehr

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 02.10.2012 in Fundstücke

    Nicht unbedingt neu - zumindest für unsereins - ist die Tatsache, dass Neonazis sich in militärischen Strukturen wohl fühlen wie Ratten im Plumpsklo. Eine Übersicht über aktuelle Erkenntnisse dazu bietet das Bundeswehr-Monitoring der Arbeitsstelle für Frieden und Abrüstung.

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