Poesieblog

  • Was darf Satire?

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 07.10.2014

    Die beiden Journalisten der "Zeit", Josef Joffe und Jochen Bittner, haben gegen die Satiresendung "Die Anstalt" verloren, teilte heise.de mit. Demnach hat das Landgericht Hamburg die einstweilige Verfügung aufgehoben, die "Der Anstalt" das Offenlegen von Verbindungen zu atlantischen Organisationen untersagten. Merke: Satire ist dann am besten, wenn sie auf der Wahrheit beruht.



  • Verlage verschwinden aus Suchmaschinen

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 16.09.2014

    Erste Auswirkungen des neuen Leistungsschutzrechtes beschreibt Stefan Niggemeier in seinem Blog. Demnach zeigen die Suchmaschinen GMX, Web.de und t-online die Seiten von Verlagen nicht mehr an, die unter das Leistungsschutzrecht fallen - darunter die Berliner Zeitung, Morgenpost, Abendblatt, WAZ u.ä.



  • Thüringenwahl – immer wieder spannend

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 15.09.2014 in Politisches

    O zapft is! Und weil so viele Wähler/innen die Nase voll haben von der bis dato schwarz-roten Koalition und den Wechsel wollten, steht die SPD richtig schlecht da. Die Krönung jedoch ist dieser offene Brief früherer Bürgerrechtler/innen, in denen sie nicht etwa vor NPD oder AfD warnen, sondern vor einer Linkspartei in Regierungsverantwortung.

    O zapft is! Und weil so viele Wähler/innen die Nase voll haben von der bis dato schwarz-roten Koalition und den Wechsel wollten, steht die SPD richtig schlecht da, an welchem Dilemma sie größtenteils selber schuld ist. Die Krönung jedoch ist dieser offene Brief früherer Bürgerrechtler/innen, in denen sie nicht etwa vor NPD oder AfD warnen, sondern vor einer Linkspartei in Regierungsverantwortung wie vor Teufel und Beelzebub. Die größte Gefahr für die Demokratie kommt: von links? Äh, von rechts? Oder aus der Mitte? Na wieän nu? Das Poesiebüro jedenfalls ist gespannt, welche Farben in Thüringen in den nächsten Jahren angesagt sein werden. Hauptsache bunt! Nachtrag: Der Brief ist inzwischen (15.9.2014) aus dem Netz verschwunden. War ja auch zu peinlich! Gefunden habe ich nur noch diesen Hinweis hier beim MDR (allerdings scheint es sich dabei um ein SPD-internes Schriftstück zu handeln) und natürlich den Artikel in der "Welt" dazu.
  • Niebel geht zu Rheinmetall

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 02.07.2014

    Das gibt's doch nicht: Unser ehemaliger Entwicklungsminister wird Rüstungslobbyist - das melden heute die Tageszeitungen, u. a. die Sueddeutsche. Da weiß man doch gleich, welche Art von Entwicklungshilfe er seinerzeit geleistet haben wird! Also echt!
  • Gwalledädsschurnalissmus in der TA

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 03.04.2014

    Rasierklingen! Im Hundeleckerli! Ich weiß, journalistische Bringepflicht und "unsere Leser" interessiert das, aber - muss das wirklich sein, liebe Thüringer Allgemeine? Vielleicht habe ich jedoch was übersehen und es handelt sich in Wahrheit um einen Artikel von höchster politischer Brisanz und überregionalem Interesse?



  • Lewitscharoffs Dresdner "Rede"

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 07.03.2014

    Was ist wohl in Sibylle Lewitscharoff gefahren? Als Schriftstellerin muss sie wissen, welche Macht die Worte haben. Persönliche Betroffenheit darf nie zu Abwertung führen - eine so versierte Autorin muss verantwortungsvoll mit der Sprache umgehen. Wer sich selbst ein Bild machen will - hier ist die Rede im Wortlaut.

  • Mein Sauerteig-Gleichnis

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 19.02.2014 in Schreiben · 3 Kommentare

    Literarisches Schreiben ist wie Sauerteig ziehen und Brot backen: Das geht nicht mit Wasser oder Spucke. Man braucht Handfestes, Mehl, Salz und andere Zutaten, braucht Zeit und ein Ofen sollte auch bereitstehen. Nur mit Phantasie kann man keine Geschichten schreiben

    Literarisches Schreiben ist wie Sauerteig ziehen und Brot backen: Das geht nicht mit Wasser oder Spucke. Man braucht Handfestes, Mehl, Salz und andere Zutaten, braucht Zeit und ein Ofen sollte auch bereitstehen. Nur mit Phantasie kann man keine Geschichten schreiben – Material ist nötig, Personen, Situationen oder Eindrücke, die man aufeinander wirken und miteinander reagieren lässt. Gewürzt mit dem, was dem/der Autorin eigen ist, gärt die Masse wie Sauerteig, wirft Blasen, geht auf. Sie wird gefüttert und gewärmt, so dass die Bestandteile ineinander verschmelzen, nicht mehr zu trennen sind und etwas völlig Neues entsteht. Bevor er gebacken werden kann, muss der Teig gewalkt und geknetet werden. Er muss ruhen und reifen. Immer wieder. Arbeit und Muße. Walken und Reifen. Nur ein gereifter Teig wird im Ofen ein gutes Brot. Und die Phantasie? Pah! Nur eine von vielen Zutaten! Anmerkung: Sauerteig, sein Reifen und seine Verarbeitung – dieses Bild haben viele Autoren im Mittelalter und der Renaissance als Gleichnis angeführt. Ich selbst habe einmal eine entsprechende Textstelle des Arztes und Alchimisten Theophrastus Bombastus von Hohenheim, auch Paracelsus genannt, ins moderne Deutsch übertragen.
  • Wulff und die Medien

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 24.01.2014

    die Skandalisierung und Demontage von Wulff hat etwas vom Investiturstreit, meint Hans Matthias Kepplinger im Cicero.
  • Sozialtourismus

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 16.01.2014

    ist das Unwort des Jahres 2013. Gut, dass wir drüber geredet haben, meint Peter Zudeik in seinem Kommentar. Denn Diskussionen wie diese erreichen nur Leute, die sich eh mit einem solchen Sprachgebrauch auseinandersetzen - und nicht die Leute an den Stammtischen mit ihren rassistischen Vorurteilen.
  • Hitsche und verhohnepiepeln

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 04.10.2013

    sind die sächsischen Wörter 2013. "Forhohnebibeln", so im Original, gibt es auch in Thüringen, ich würde es allerdings schreiben wie in der Überschrift: verhohnepiepeln. Schönes Wort, das!
  • Haltungsfragen

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 02.10.2013

    Müssen Zeitungen eine Haltung haben? Unverwechselbar sein? Alexander Krex schreibt dazu im aktuellen Der Journalist und spricht u.a. mit Tom Strohschneider, Chefredakteur der linken Tageszeitung Neues Deutschland.
  • Na super!

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 30.09.2013 in Gutes Deutsch

    Wie steigert man einen Superlativ? Die Jugendsendung Clipster im Fernsehsender einsFestival gibt Nachhilfe: super - superer (am supersten? oder am superersten?) Hit - hitiger (am hitigsten?) Poesiebüro meint: Das ist noch clipsterer als clipstig! Nix für ungut!

  • Die “Herr Professorin”-Kreuzritter

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 30.07.2013 in Gutes Deutsch, Politisches

    Dass sich engherzige Fanatiker besonders gern auf Demokratie und Meinungsfreiheit berufen, ist weit verbreitet, aber immer wieder verblüffend. Bestimmte Triggerpunkte lassen diese Leute aufschreien. Spiegel Online, der die falsche Verkürzung "Herr Professorin" in die Welt gesetzt hat, hat einen solchen Punkt getroffen, mit einer Meisterschaft, wie sie gewöhnlich nur die Bild-Zeitung beherrscht.

    Dass sich engherzige Fanatiker besonders gern auf Demokratie und Meinungsfreiheit berufen, ist weit verbreitet, aber immer wieder verblüffend. Bestimmte Triggerpunkte lassen bestimmte Leute aufschreien. Spiegel Online, der die falsche Verkürzung "Herr Professorin" in die Welt gesetzt hat, hat einen solchen Punkt getroffen, mit einer Meisterschaft, wie sie gewöhnlich nur die Bild-Zeitung beherrscht. Ich jedenfalls hab sie satt, die „Herr Professorin“-Diskussionen, die Aufreger über die sprachlichen Regelungen an der Universität Leipzig sowie in Potsdam. Dieser Geifer! Diese Wut! Eine sprachliche Diktatur, die man nur mit der Stasi vergleichen könne, ein „Sind wir jetzt schon wieder so weit, ja?!“, gefolgt von einem „Das muss man ja noch sagen dürfen! Immerhin haben wir Meinungsfreiheit!“ Meinem Gesprächspartner von letzter Woche möchte ich hiermit folgende Klarstellung ans Herz legen: Die „Verweiblichung“ der Anredeformen betrifft ein einziges Dokument: die Grundordnung der Universität. Im Alltag der Studierenden wird sich nichts verändern, so eine Erklärung der Uni. Es bleibt also bei "Herr Professor" und "Frau Professorin". Die Gefahr, dass eine Magisterarbeit (die jetzt übrigens Master-Arbeit heißt) wegen einer falschen Anrede abgelehnt wird, besteht also definitiv nicht. Trotzdem: Gut, dass wir drüber geredet haben! Zum Nachlesen: Bildblog Nachtrag: Ein Interview mit der Linguistin Luise Pusch
  • Unter den Teppich gekehrt

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 15.07.2013

    Dass Deutschland seine Waffenexporte nicht ausreichend kontrolliert oder dass die Polizei-Auflagen zu den G8-Protesten in Heiligendamm rechtswidrig waren - Themen wie diese kamen in der Berichterstattung der so genannten Leitmedien nicht vor,  so die  Initiative Nachrichtenaufklärung (INA). Jedes Jahr sucht die INA, ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Hochschulen, blinde Flecken in der journalistischen Berichterstattung.
  • Poesie im Netz

    veröffentlicht von Anke Engelmann am 28.05.2013 in Fundstücke

    Eine neue Lyrikform: Die Google-Gedichte. Mehr dazu auf Twitter

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